Mit Böllerschüssen wird bei uns in der Gegend traditionell das Schützenfest eröffnet. Dieses Einböllern wird von der Artillerie ausgeführt. Die Mitglieder der Artillerie (französisch für „Geschütz“) heißen Kanoniere. Als fahrende Einheit sitzen die Kanoniere während des Marsches (Umzug) auf dem Geschütz und der sogenannten Protze. Die Protze ist ein einachsiger Karren, der zum Transport des Geschützes mit der Lafette verbunden wird. Zum Transport dieses Konstrukts könne Pferde oder andere Zugmaschinen angespannt werden.
Dieses Jahr zu Schützenfest wird es nach Jahrzehnten endlich wieder eine Artillerie in Stürzelberg geben.
Denn als sich im Mai 2022 die Möglichkeit ergab von der Gohrer Artillerie, die bereits vor einigen Jahren aufgelöst wurde, die Kanone samt Zugmaschine zu übernehmen, wurde nicht lange überlegt. Die 8 Schützenbrüder waren sich schnell einig, dass sie im Rheindorf Stürzelberg eine neue Artillerie gründen wollten. Gesagt, getan – als am 23. Juli 2022 das Gefährt von Gohr nach Stürzelberg überführt wurde, wurde dieser Tag auch das Gründungsdatum der neuen Artillerie. Martin Stamm, Heinz Schmitz, Peter Bayer, Christian Wolff, Michael Jussenhoven, Willi Peters, Heinz Ohmen und Udo Stamm sind die Gründer und Mitglieder dieser Artillerie. Heinz Ohmen ist erster Artilleriekönig.

Da man zum Schützenfest 2023 das erste Mal als Artillerie dabei zu wollte, wurde zügig mit der Renovierung und Restaurierung des Gefährtes begonnen, an dem es viel zu tun gab. Während dieser Phase wurde einiges an Arbeitseinsatz und Geld eingebracht. Auch die Stürzelberger Bruderschaft, unter dessen Dach die Artillerie gegründet wurde, hat sich mit einem Betrag beteiligt.

Das Gefährt, das übrigens den Namen TILLI trägt, wurde feierlich am Patronatsfest nach der hl. Messe durch Präses Michael Offer geweiht.
Dieses Jahr muss zwar noch die Artillerie aus Delrath beim Einböllern unterstützen, aber beim Umzug am Sonntag kann die Kanone “TILLI” samt Zugmaschine bewundert werden. Ansonsten marschieren die Artilleristen als Schützenzug am Ende des Stürzelberger Regimentes mit.
Die Artillerie mit ihrem schweren Geschütz TILLI zeigt eindrucksvoll, was gemeinschaftlicher Einsatz erreichen und bewirken kann. Möge TILLI in Zukunft mit ihrem Donnerhall nicht nur unser Schützenfest eröffnen, sondern Sinnbild dafür sein, dass gegen Wälle der Zwietracht und des Pessimismus erfolgreich gekämpft wird.
Wir wünschen der Artillerie und TILLI ein wunderbares erstes Schützenfest.
Am vergangenen Wochenende (10.-11. Juni) fand zum ersten Mal
Gegen 18 Uhr waren alle Zelte aufgebaut und man versammelte sich um die große Feuerschale, in der Marshmallows und Stockbrot gebrutzelt werden konnten. Während die jüngere Generation sichtlich unbeschwert diesen Tag genoss, führten die Älteren viele Gespräche über die Arbeit der Edelknabentreuer, über die Bruderschaft und das Schützenwesen.
„Diese Premiere war ein voller Erfolg und eine gelungene Veranstaltung, mit der nicht nur den Kindern ein toller Tag bereitet wurde, sondern auch neue Edelknaben gewonnen und das Interesse am Schützenwesen geweckt werden konnte“ so das Resümee der beiden Brudermeister. „Das Interesse war sehr groß und die Resonanz durchweg gut. Dafür möchten wir uns, auch im Namen des Vorstandes, bei allen Eltern und Unterstützern bedanken, die diesen Tag möglich gemacht haben“, ergänzen Annette Winter und Marcel Bogdon (Edelknabenbetreuer). „Die Frage, ob es das im nächsten Jahr wieder geben wird, können wir mit Ja, wird es! beantworten“.
Am Samstag, 10. Juni ab 13 Uhr treffen sich die Edelknaben mit ihren Freunden und Eltern auf dem Schießstand an der Oberstraße.