Die deutsche historische SchützenbruderschaftGeschichte der Bruderschaft von 1986-2012 als PDF zum Download

Stürzelberg erfreute sich bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts eines gewissen Wohlstandes, welcher jedoch immer mehr sank, als man anfing, den Rhein mit Dampfschiffen zu befahren und die Frachtschiffe nicht mehr, wie seither, durch Pferde den Rhein hinauf geschafft werden mussten.Viele Einwohner verdienten für sich und ihre Familien den Lebensunterhalt mit Tagelohn und betrieben nebenher etwas Landwirtschaft.
Dies waren die Lebensumstände im Rheindorf, als sich am Sonntag, dem 6. September 1868 beim Schankwirt Johann Wankum mehrere Männer des Ortes trafen, um den
St.-Aloysius-Schützenverein zu gründen. Man lieh sich mit Johann Höbel, König des Sankt-Sebastianus-Schützenvereines aus Düsseldorf, eine Majestät von der anderen Rheinseite aus, welcher bei seinem sonntäglichen Umzug durch Stürzelberg von zwei Kompanien begleitet wurde, darunter bereits die der Grenadiere.

1886-1887

Der erste ,,richtige“ Schützenkönig des Ortes wurde General Peter Josef Malzkorn, der am 5. Oktober 1868 das Holztier zu Boden beförderte.
Ein Jahr später zog die neu formierte Jägerkompanie erstmals mit auf. Aus dem Schützenverein wurde 1870 der “St. Aloysius-Schützen- und Kranken-Verein zu Stürzelberg”, u.a. mit den Zielen, den Bürger- und Gemeinsinn zu fördern und seinen Mitgliedern in Krankheitsfällen beizustehen oder sie möglichst zu unterstützen.
1887
wird auch das Tambourcorps aus der Taufe gehoben, welches 111 Jahre später zum Bundestambourcorps erhoben werden sollte.

1914-1927
Der erste Weltkrieg dünnte die Reihen der Traditionshüter aus: Von 94 Mitgliedern waren zu Kriegsbeginn 20 einberufen worden, und als am 11.11.1918 der erste Weltkrieg endete, waren 230 Männer des Rheindorfes in den Krieg gezogen, 28 wurden getötet, 3 blieben vermisst. Während des Weltkrieges gab es keine Schützenfeste, und so fand das erste Fest nach dem Krieg Anfang Oktober 1919 statt, jedoch hatte die Besatzungsmacht Uniformen, Gewehre und Degen verboten, so dass die Mannen in Zivil marschieren mussten. Mit zweijähriger, kriegsbedingter Verspätung beging man 1920 das Jubiläum des 50-jährigen Bestehens, wobei man viele auswärtige Vereine zu Gast hatte.
1922 und 1923 mussten alle Schützen nach Möglichkeit 25 Pfund Kartoffeln vor dem Fest abliefern. Die Naturalien wurden von den Musikern verlangt, denn das Geld war in Zeiten der Inflation nichts mehr wert. Auch vor den Karussells und Schaustellerbuden standen die Besucher mit Kartoffeln in den Taschen. Da seit langem jedoch die gesetzliche Krankenversicherung eingeführt worden war, konnte man den Schützen- und Kranken-Verein nach 56 Jahren des Bestehens wieder auflösen.
1926 hieß er wieder kurz “St.-Aloysius-Schützenverein”, für den die Mitglieder einen Monatsbeitrag von 25 Pfennig zu entrichten hatten.
Im Jahr 1927 gründet sich die Marine Kompanie.

1933-1974                      1975-1989                1993-2012

Quelle: Festschrift zum 125-jährigen Bestehen der St.-Aloysius-Bruderschaft, Bernhard Schmitz , Jens Schweikart